Danke für das Feedback von Kaoskoch. Schön, dass Euch das Olivenöl bei seiner eigentlichen Verwendung als Zutat sowie beim Kochen Freude gemacht hat. Der Suppengang: Scharfe Tomaten-Kürbis-Dahl-Suppe mit Topinamburchips und mit Olivenöl beträufelten Fladenbrot sowie der der Hauptgang: Hühnchen-Tajine mit Quitten und Kichererbsen-Fritten sehen extrem lecker aus.
An dieser Stelle gern noch ein paar Hintergrundinformationen zu nativem Olivenöl extra sowie den verschiedenen Anbauregionen.
Natives Olivenöl Extra ist reinster Olivensaft, quasi ein Oliven-Nektar bzw. Olivenkonzentrat. Kalt gepresst, ähnlich wie beim Mosten von Äpfeln. Es wird geschmacklich zum einen durch seine Fruchtigkeit – sein Aroma – beschrieben. Zum anderen spricht man von seinem Charakter – seinen pfeffrig-scharfen Geschmackskomponenten und auch Bittertönen. Alle diese Noten werden offiziell geprüft und müssen in klarer, unverfälschter Weise (keine modrigen, metallischen etc. Defekte) vorliegen. Denn nur dann, gehen die Olivenöl-Verkoster von wirklich unversehrten und gesunden Oliven bei der Pressung aus. Und nur dann vergeben diese die höchste Güteklasse für das Olivenöl – nämlich nativ extra (deutsch) = virgen extra (span.).
Gute Bekannte von mir lassen dieses frische, junge native Olivenöl extra gern ein Jahr stehen. Warum? Weil bei Olivenölen im Laufe der Zeit diese scharfen Noten verblassen. Das ändert aber nichts daran, dass ein Olivenöl der höchsten Güteklasse aus der jeweils letzten aktuellen Winterernte immer bittere und pfeffrig-scharfe Noten aufweisen muss. Anderenfalls deutet es auf kein Natives Olivenöl Extra hin. Oder eben auf altes Olivenöl. Oder eins bei der Verarbeitung falsch behandeltes Olivenöl, dass nicht der höchsten Güteklasse entspricht.
Soweit meine allgemeine Anmerkung zu nativem Olivenöl extra, dass leider viel zu oft im Supermarkt verkauft wird, obwohl es diesem Höchst-Standard eher selten entspricht. Aber noch ein paar Worte zu den Anbauregionen. Am besten erklärt und merkt es sich mit der Wein-Analogie von Conrad Bölicke – Olivier von arteFakt. Er teilt die Olivenöle in mild, halbtrocken und trocken.
- „Milde“ Olivenöle mit nur dezenten Bitter- und Schärfenoten findet man eher in den nördlichen mediterranen Regionen z.B. Öl aus Nordspanien (Katalonien) und dem nördlichen Griechenland (Korinth)
- Die „Halbtrockenen“ stammen überwiegend von den Mittelmeerinseln z.B. von der Insel Kreta
- In den südlichen Festlandsregionen herrschen dann Olivenöle mit starkem Charakter und deutlicherer Ausprägung von pikanten Noten vor, weshalb sie in Analogie zum Wein als „trocken“ bezeichnet werden z.B. aus Süditalien oder dem süd-westlichen Griechenland
Olivenöle aus Priego de Córdoba gehören sicherlich eher zur Kategorie 3. Wer nicht in Bitter- und pikanten Noten geübt ist, sollte Señorio de Vizcántar erstmal probieren. Denn es hat mit Sicherheit einen unverwechselbaren Charakter, der nicht jedermanns Sache ist.





Meinungen